3. Oktober 20082 Min. LesezeitPolitik

VdB geht Glawischnig kommt

Alexander van der Bellen ist nicht mehr der Chef der Grünen – eine ganz besondere Ära geht für mich zu Ende. Reden wir mal nicht von seinen politischen Ansichten, sondern davon, wie er als Politiker agiert hat. Ja, er agierte wie ein Professor, etwas abgehoben, viel zu intelligent, er war mir jedoch immer am liebsten

Alexander van der Bellen ist nicht mehr der Chef der Grünen – eine ganz besondere Ära geht für mich zu Ende.

Van der Bellen geht Glawischnig kommt, Quelle: derstandard.at

Reden wir mal nicht von seinen politischen Ansichten, sondern davon, wie er als Politiker agiert hat. Ja, er agierte wie ein Professor, etwas abgehoben, viel zu intelligent, er war mir jedoch immer am liebsten von Allen. Er hat die Hoffnung in der Politik verkörpert, wegzukommen von den durch Kommunikationstrainer verunstalteten Spitzenkandidaten. Er war sich nicht zu schade Fehler zuzugeben und gut genug um Schwachsinn auch als solchen im Fernsehen anzuerkennen und darüber zu lachen.

Leider sind Typen wie er am Aussterben. Die neue Politikerbrut ist kommunikationstechnisch „pimped“, unantastbar und kontrolliert, aber dabei trotzdem dumm.

VdB war für mich einer der wenigen Intellektuellen in der Politik Österreichs, eine Persönlichkeit die aufgrund ihrer Fähigkeiten prädestiniert ist Ideen entstehen zu lassen und zu bewerten. Das jede Ära einmal zu Ende geht ist klar, auch klar ist, dass es, wenn es einmal so weit ist, trotzdem überrascht.

Viel Glück Vdb, viel Glück Glawischnig.

Hier noch einer der besseren Artikel über den Abgang Van der Bellens von Rappelkopf.at:

Elf Jahre nach Inbetriebnahme haben die Grünen heute die von Umweltschützern kritisierte Emissionsschleuder „Alexander van der Bellen“ (Typ vdb) abgeschalten. vdb war nach mehrjährigem Probebetrieb an der Universität Wien 1997 von den Grünen als Stimmengenerator installiert worden und hat während seiner Laufzeit mehrere tausend Kilostimmen für die Grünen erzeugt.

Nach technischen Problemen des nicht mehr ganz dem Stand der Technik entsprechenden Typ vdb im September diesen Jahres haben die Betreiber den ursprünglich bis 2009 geplanten Einsatz verkürzt. Die Grünen haben vorzeitig die Inbetriebnahme der neuesten Generation des noch in einer Probephase befindlichen Stimmengenerators „Eva Glawischnig“ (Typ EVA 09) bekannt gegeben.

Der von Anhängern auch liebevoll „Sascha“ genannte Stimmengenerator war in der Vergangenheit von Umweltschützern wegen seiner starken Umweltschutzbelastung durch Zigarettenrauchemissionen kritisiert worden. Trotz mehrerer Anträge waren eingereichte Umweltschutzauflagen immer am starken Lobbying der Tabakindustrie gescheitert. Mit dem jetzigen Austausch der Stimmengeneratoren wird eine deutliche Entlastung der Umwelt erwartet. Auf der anderen Seite sagen Kritiker der EVA 09-Technologie eine beträchtliche Erhöhung des bisher noch nicht regulierten Schrillheitsfaktors vorher.

Die anderen Parteien nahmen den Technologieaustausch mit Spott zur Kenntnis. „Ausgerechnet die Grünen brauchen elf Jahre, um die grösste Dreckschleuder auszutauschen“, meinte der Stimmengenerator der FPÖ, Jörg Haider. „In meinem umweltfreundlichen und schönen Kärnten hatten die Grünen mit ihrer veralteten Technologie nie eine Chance.“

In einer davon unabhängigen Meldung trat die Kronen Zeitung Gerüchten entgegen, dass Werner Faymann wegen zu hohen Stimmenverbrauchs ersetzt werden soll. Anlagenbetreiber Cato meinte in einer Presseaussendung, dass „aufgrund gestiegener Stimmenvorkommen durch die Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre kein Anlass für überstürzte Technologieänderungen notwendig seien“. Auch sei „das Abschmelzen der Stimmenbasis durch Wegsterben der SPÖ-Wähler nicht durch menschliche Eingriffe bedingt“, sondern entspreche „den natürlichen Naturzyklen.“

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