24. Oktober 20081 Min. LesezeitBuch

Scott Berkun – Die Kunst des IT-Projektmanagements

Weil das Buch von Scott Berkun so gut ist und ich es jetzt echt gut gebrauchen kann, habe ich es noch einmal gelesen und möchte auch noch einmal darüber schreiben. Das Buch zeichnet sich durch extrem hohen Praxisbezug aus, was sich im Auslassen klassischer Projektmanagement-Methoden bemerkbar macht. Es ist keine Rede von Gant-Diagrammen oder MS-Projekt,

Weil das Buch von Scott Berkun so gut ist und ich es jetzt echt gut gebrauchen kann, habe ich es noch einmal gelesen und möchte auch noch einmal darüber schreiben.

Das Buch zeichnet sich durch extrem hohen Praxisbezug aus, was sich im Auslassen klassischer Projektmanagement-Methoden bemerkbar macht. Es ist keine Rede von Gant-Diagrammen oder MS-Projekt, es geht um Probleme und Herausforderungen mit denen jeder PM zu kämpfen hat.

IT-Projektmanagement

Endlich räumt ein Autor mit dem Märchen der Zeitpläne auf und traut sich auszusprechen, was viele nicht einmal glauben: Zeitpläne sind bestenfalls Schätzungen die natürlich mit Wahrscheinlichkeiten versehen sind. Wenn diese Wahrscheinlichkeiten sequentiell verknüpft sind, also hintereinander zum Tragen kommen können, dann muß man sie multiplizieren. Was heisst das? Wenn nach dem Ereignis A (Eintrittswahrscheinlichkeit 0,5) das Ereignis B (ebenfalls 0,5 – also 50%) folgt, damit Ereignis C eintritt, ist die Wahrscheinlichkeit von C 0,25 also nur mehr 25%.

Ebenso unterscheidet Scott zwischen Vermutungen, Schätzungen und exakten Analysen und sorgt dafür, dass man versteht was es heisst mit einer Schätzung zu leben. Schätzungen sind die Basis für die Arbeit eines jeden PM, schätzen ist schwierig und Zeitpläne scheitern oft. Das ist also normal, aber man kann vorsorgen. Und damit ist bei Scott kein blauäugiges, einfaches Führen von Listen gemeint, sondern sauberes Design und realistisches Schätzen.

Scott versucht in dem Buch auch die Brücke zwischen Business, Technik und Kundenwunsch zu schlagen, ein Vorhaben, dass in vielen Firmen fehlschlägt – meistens sind daran aber nicht die „Firmen“ schuld, sondern langjährig gepflegte Vorurteile. Und da möchte ich weder die Wirschaftler noch die Techniker aus der Verantwortung nehmen diese Vorurteile abzubauen.

In „Die Kunst des IT-Projektmanagements“ kommen noch viele wirklich inspirierende Tipps vor, die man wirklich in der Praxis einsetzen kann. Fast schon magisch wirken kleine Änderungen, die vom sonst so starren Weg abweichen – Mut und Willen vorausgesetzt.

Fazit: muß man als erfolgreicher IT-PM gelesen und verstanden haben.

Teilen:

Artikel hilfreich?

Wenn du ähnliche Themen für dein Business strukturieren willst, unterstütze ich dich gerne bei Content-Strategie, SEO und KI-Workflow.

Vorheriger Artikel

Skurrile Diebstähle

Nächster Artikel

Lösungen findet man überall, aber Probleme?

Verwandte Artikel

Buch

Brian Livingston, Paul Thurrott – Windows Vista Secrets

Windows Vista hat es nicht leicht gehabt. Vista trat die Nachfolge von XP an, welches trotz aller Fehler und Unzulänglichkeiten nach dem Herauskommen von Vista in einem romatischen Licht dargestellt wurde. Vergessen waren die Sicherheitslücken und Updates von XP, vergessen das optisch lahme User-Interface – der neue Feind am Desktop hieß Vista! Ich arbeite schon

Weiterlesen

Buch

Dux Raymond Sy – Sharepoint for Project Management

Nach langer Zeit gibt es bei ostheimer.at wieder eine Buch-Rezension, wobei ich dieses Mal eine Empfehlung für alle Projektmanager abgeben möchte: Dux Raymond Sy’s Buch „Sharepoint for Project Management„. Im privaten Umfeld ist Microsoft Sharepoint relativ unbekannt, für viele Firmen ist Sharepoint jedoch schon zum zentralen Speicherplatz geworden, das die Zusammenarbeit in Projekten sehr stark

Weiterlesen

Buch

Friedemann Schulz von Thun – Klarkommen mit sich selbst und Anderen: Kommunikation und soziale Kompetenz

Die Werke von Friedemann „Frido“ Schulz von Thun haben es mir angetan, denn er ist einer der wenigen deutschsprachigen Kapazunder auf dem Markt der Kommunikationsprofis. Seine Lehre gibt sich nicht mit oberflächlichen Tipps und Tricks zufrieden sondern versucht zu erklären wie gute und auch schlechte Kommunikation funktioniert. Seine vier Seiten der Kommunikation (Sachseite, Selbstoffenbarungsseite, Beziehungsseite

Weiterlesen

Buch

Charles Bukowski – Der Mann mit der Ledertasche

Auf Empfehlung von Pippone habe ich mir einen Klassiker von Charles Bukowski reingezogen: „Der Mann mit der Ledertasche„. Das Buch erzählt die Geschichte von Henry Chinaski einem Säufer, der bei der Post arbeitet. Klingt nicht sehr aufregend aber Bukowski versteht es eine Geschichte zu erzählen – oft sehr explizit und roh. Über einen Zeitraum von

Weiterlesen